Koordinierungsstelle bei visitBerlin soll leerstehende Räume mit Leben füllen
- Erste Netzwerkveranstaltung brachte Akteur:innen aus Verwaltung, Immobilienwirtschaft und Kreativszene zusammen
- Pilotprojekte in zwölf Berliner Fokuszentren bis Ende 2027 geplant
- Koordinierungsstelle bei visitBerlin vernetzt Bezirke, Eigentümer:innen und potenzielle Nutzer:innen
Im Rahmen der Netzwerkveranstaltung „Lebendige Zentren. Starke Destinationen“ stellte visitBerlin heute die neue Koordinierungs- und Vermittlungsstelle für Zwischennutzungen erstmals öffentlich vor. Im NLND in Berlin-Neukölln kamen rund 160 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Tourismus zusammen, um zu diskutieren, wie sich mit Zwischennutzungskonzepten Quartiere beleben und neue Besuchsanlässe schaffen lassen.
Die zentrale Koordinierungs- und Vermittlungsstelle für Zwischennutzungen bei visitBerlin wurde gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe eingerichtet. Sie bringt Menschen mit konkreten Ideen und passenden leerstehenden Räumen zusammen. Ausgewählte Vorhaben werden von der Idee bis zum Pilotprojekt begleitet. So können sich verschlossene Ladentüren wieder öffnen oder ehemalige Kinos und ungenutzte Gewerbeflächen zu Ateliers, Kulturorten, neuen Geschäften oder Nachbarschaftstreffs werden. Möglich sind auch Formate wie Content-Creator-Studios in Einkaufszentren oder Eventgastronomie und Freizeitangebote.
„Der Leerstand gehört zu den großen Herausforderungen in vielen Berliner Geschäftsstraßen. Gleichzeitig gibt es den Bedarf nach Räumen, um neue Ideen auszuprobieren. Mit der zentralen Koordinierungsstelle für Zwischennutzung bei visitBerlin schaffen wir eine zentrale Anlaufstelle, die Bezirke, Wirtschaft, Kultur- und Kreativszene sowie die Akteurinnen und Akteure vor Ort zusammenbringt. Dieses Pilotprojekt ist eine konkrete Maßnahme unseres 10-Punkte-Plans zur Stärkung der Berliner Zentren, das wir als Land Berlin fördern. Wir wollen lebendige und attraktive Zentren für die Berlinerinnen und Berliner und die Gäste unserer Stadt. Die zentrale Koordinierungsstelle soll einen Beitrag dazu leisten“ sagt Franziska Giffey, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe des Landes Berlin.
„Zwischennutzungen bringen Neues in die Stadt: Sie schaffen Raum für Kultur, kreative Ideen, neue Angebote und Begegnung – und können damit ganze Kieze beleben. So entstehen Orte, die Berlinerinnen und Berliner gerne nutzen und die zugleich Gästen neue Perspektiven auf die Stadt eröffnen. Genau das gehört für mich zu einer zeitgemäßen Destinationsentwicklung: gemeinsam mit den Bezirken neue Potenziale zu erschließen und Berlin immer wieder neu entdecken zu lassen. Mit der Koordinierungsstelle bringen wir die dafür notwendigen Partner zusammen und helfen, gute Ideen möglich zu machen“, sagt Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin.
Die bei visitBerlin angesiedelte Koordinierungs- und Vermittlungsstelle koordiniert seit Anfang des Jahres gemeinsam mit den Bezirken Leerstände, Nutzungspotenziale und konkrete Bedarfe. visitBerlin bringt seine langjährige Erfahrung im Destinationsmanagement und in der Bezirksarbeit ein und vernetzt Verwaltung, Immobilienwirtschaft und Gewerbetreibende mit Akteur:innen aus Kreativwirtschaft und Stadtgesellschaft.
Netzwerkveranstaltung „Lebendige Zentren. Starke Destinationen.“ brachte Akteur:innen an einen Tisch
Praxisimpulse und der direkte Austausch bestimmten das Programm der Veranstaltung. Projekte und Akteur:innen wie Holzmarkt, Malzfabrik, Flying Steps, Transiträume, Studio Babelsberg und Doxumentale zeigten wie sich leerstehende Räume aktivieren und Standorte weiterentwickeln lassen. Die Beispiele reichten von Kultur und Kreativwirtschaft über Arbeit und Bildung bis hin zu neuen Begegnungsorten. Anschließend kamen Vertreter:innen aus Verwaltung, Wirtschaft, Immobilienbranche, Kultur- und Kreativszene sowie potenzielle Nutzer:innen miteinander ins Gespräch. Förder- und Beratungsangebote gaben zusätzliche Orientierung. Dabei entstanden erste Kontakte und Projektideen, die die Koordinierungsstelle nun weiter begleitet.
Von der Bestandsaufnahme zum Pilotprojekt
Das zweiköpfige Team von visitBerlin war bereits in den Bezirken und hat sich gemeinsam mit den Wirtschaftsförderungen ein Bild von den Fokuszentren gemacht. Es untersucht Leerstände und Nutzungspotenziale, erfasst lokale Bedarfe und wertet erfolgreiche Ansätze aus Berlin und anderen europäischen Städten, darunter Hamburg, München und Lübeck sowie London, Wien, Turin und Stockholm, aus. Als Punkt 7 des 10-Punkte-Plans zur Stärkung der Berliner Zentren schafft die Koordinierungsstelle eine berlinweite Struktur für Austausch, Vermittlung und Zusammenarbeit. Bis Ende 2027 sollen in den zunächst zwölf Fokuszentren erste Pilotprojekte entstehen. Die praktische Arbeit zeigt zugleich, wo Genehmigungen, Finanzierung oder fehlende Kontakte Vorhaben ausbremsen. Aus diesen Erfahrungen entwickelt die Koordinierungsstelle Handlungsempfehlungen für den weiteren Umgang mit Zwischennutzungen in Berlin.
Mehr Infos und Kontakt www.about.visitberlin.de/zwischennutzung