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Was macht die Tourismusbranche aus?

Stimmen der Botschafter:innen des Berlin-Tourismus: Berliner Attraktionen

Tourismus ist wichtig, weil er uns ernährt - und zwar einen guten Teil der Stadt.

Robert Rückel, Vorsitzender Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins e.V.
Robert Rückel ©  Deutsches Spionagemuseum Berlin

Robert Rückel, Vorsitzender Intoura, dem Interessenverband der touristischen Attraktionen Berlins e.V., und Geschäftsführer des Deutschen Spionagemuseums

Was macht die Weltstadt Berlin für Sie besonders?
Zum einen ist Berlin für mich die Stadt der Zeitgeschichte. Ein großer Teil der maßgeblichen politischen Entscheidungen des 20. Jahrhunderts haben in der ein oder anderen Form mit Berlin zu tun. Berlin atmet diese Geschichte an jeder Ecke. Zum anderen ist Berlin so spannend, weil Berlin unfertig ist: eine Stadt mit Brüchen und Lücken, die sich laufend neu erfinden muss. Das sieht und spürt man in den jeweiligen Kiezen. Man müsste Berlin mindestens zwölf Mal besuchen, um in die Vorzüge und die unterschiedliche Ausrichtung aller Bezirke einzutauchen und anschließend wieder von vorne anfangen, weil die Kieze nicht mehr wiederzuerkennen sind.

Tourismus ist wichtig, weil…?
… er uns ernährt: Und zwar nicht nur die 35 Mitarbeiter des Deutschen Spionagemuseums, nicht nur die Tausenden Mitarbeiter von INTOURA-Mitgliedern, sondern einen guten Teil der Stadt! Mit jährlichem Konsum von knapp 17 Mrd. Euro und rund 228.000 Erwerbstätigen ist die Tourismusbranche einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Stadt. Aber nicht nur das. Tourismus ist kultureller Austausch, der Tourist bewundert andere Länder, andere Kulturen, andere Menschen. Niemand, der als Jugendlicher mit Interrail quer durch Europa gefahren ist, zweifelt am Sinn der europäischen Einigung, niemand, der staunend Meisterwerke anderer Kulturen bewundert, kann guten Gewissens andere Länder überfallen. Tourismus ist gelebte Völkerverständigung, die gerade heute wichtiger denn je ist.

Was wünschen Sie sich für die Tourismusbranche in den nächsten Monaten?
Ich wünsche mir, dass wir die Bedürfnisse von Berlinern und Touristen in dieser Stadt nicht mehr gegeneinander ausspielen. Touristen und Berliner haben oft die gleichen Wünsche: eine spannende Stadt, ein großes Kulturangebot, saubere Parks, gute Infrastruktur. Investitionen in touristische Infrastruktur sind also fast immer auch im Sinne der Berliner. Natürlich braucht es aber gleichzeitig Regeln für Lärm, Müll oder die Vermietung von Ferienwohnungen – im Interesse der Berliner und der Touristen. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, müssen alle Beteiligten, die touristischen Betriebe genauso wie die Bezirke und der Senat, ihre Hausaufgaben machen. Denn die Lösung ist nicht, den Tourismus einzuschränken, sondern den Bedürfnissen der Berliner gerecht zu werden.

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