Der Kriterienkatalog

von Susainable Meetings Berlin und Sustainable Tourism Berlin

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Alle Kriterien im Überblick

Der vom Global Sustainable Tourism Council (GSTC) anerkannte Kriterienkatalog unserer Zertifizierungsprogramme Sustainable Meetings Berlin und Sustainable Tourism Berlin umfasst über 60 Kriterien aus den Themenbereichen Umwelt, Wirtschaft, Governance, Risk & Compliance sowie Gesellschaft.

Er orientiert sich an anerkannten nationalen und internationalen Rahmenwerken und Standards wie ISO-Normen, der Global Reporting Initiative (GRI), dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex und EMAS (Eco Management and Audit Scheme) orientiert. Der Kritierinkatalog ist praxisnah und direkt für die Tourismusbranche entwickelt. Er deckt den ökologischen Aspekt der Nachhaltigkeit genauso ab wie die soziale und ökonomische Dimension.

Um unseren Zertifizierungsprozess so transparent wie möglich zu gestalten, finden Sie hier eine Übersicht aller Kriterien.

Kriterien Governance, Risk und Compliance

Governance

G01.01: Integration einer Nachhaltigkeitsstrategie - Die Organisation verfügt über eine Nachhaltigkeitsstrategie, die in die Unternehmensstrategie integriert ist. Klare Zuständigkeiten sind benannt. Es sind ethische, ökonomische, ökologische und gesellschaftliche Komponenten enthalten, die transparent kommuniziert werden.

G01.02: Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen - Die Organisation verfügt über qualitative und/ oder quantitative Nachhaltigkeitsziele, setzt diese planvoll um und kontrolliert den Erreichungsgrad.

G01.03: Management der nachhaltigen Geschäftsentwicklung - Die Organisation analysiert regelmäßig die zentralen Chancen und Herausforderungen für eine nachhaltige Geschäftsentwicklung. Diese werden in die Nachhaltigkeitsstrategie und in das Risikomanagement des Unternehmens einfließen

Compliance

G02.01: Einhaltung von Gesetzen & Richtlinien - Die Organisation benennt die für sie geltenden gesetzlichen sowie branchenbezogenen Bestimmungen und Vorschriften. Sie beschreibt, wie deren Einhaltung sichergestellt wird und welche transparente Kommunikation dazu stattfindet.

G02.02: Integration eines Verhaltenskodex - Die Organisation verfügt über einen Verhaltenskodex und/oder verbindliche Compliance Richtlinien sowie über interne Strukturen zur Umsetzung dieser Richtlinien. Die Richtlinie wird transparent kommuniziert und in Schulungsmaßnahmen integriert.

G02.03: Aktives Vorfallmanagement bei Compliance Verstößen - Die Organisation verfügt über ein aktives Vorfallmanagement und geht zielgerichtet gegen unethische, zivilrechtlich oder strafrechtlich relevante Verhaltensweisen in der Organisation vor. Bei schwerwiegenden Compliance-Verstößen von Geschäftspartner:innen werden die Geschäftsbeziehungen beendet.

Datensicherheit

G03.01: Sicherstellung des gesetzeskonformen Datenmanagements - Die Organisation hat einen Prozess etabliert, der die Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) auf Kund:innen- und Gästedaten abbildet.

Unternehmenskultur

G04.01: Kommunikation der Nachhaltigkeitsvision - Die Organisation verfügt über eine Unternehmensvision, in der Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung zentrale Bestandteile sind. Die Nachhaltigkeitsvision wird transparent kommuniziert..

Transparenz

G05.01: Öffentliche Nachhaltigkeitsberichterstattung - Die Organisation verfügt über eine Berichterstattung (Geschäftsbericht oder Nachhaltigkeitsbericht), in der die Nachhaltigkeitsleistung nach einem anerkannten Standard, z.B. nach dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex, berichtet wird

Risikoanalyse

G06.01: Strukturiertes Risikomanagement - Die Organisation verfügt über ein strukturiertes Risikomanagement und ermittelt und bewertet die zentralen Risiken und Krisen-Szenarios, die mit ihrer Geschäftstätigkeit verbunden sind.

Shareholder

G07.01: Transparente Darstellung der Struktur und des Engagements - Die Organisation stellt ihre Beteiligungsstruktur dar und gibt an, in welchen Dialogprozessen sie mit ihren Shareholdern steht und welchen Inhalt die Dialoge haben.

Kriterien Umwelt

Energie

U01.01: Bezug von regenerativen Energien: Die Organisation bezieht Strom aus regenerativen Energien oder stellt diesen aus regenerativen Energien selbst her.

Emissionen

U03.01: Erfassung und Reduktion des CO2-Ausstoßes - Die Organisation erhebt und verringert den CO2- Ausstoß ihrer Geschäftstätigkeit, ihrer Produkte und/oder Dienstleistungen. Umwelt

U03.02: Reisemanagement zur Reduktion von Emissionen - Die Organisation betreibt ein Geschäftsreisemanagement. Die CO2-Äquivalente der einzelnen Verkehrsmittel werden erfasst und verringert.

U03.03:  Emissionsreduzierung durch Mobilitätsmanagement - Die Organisation verfügt über ein nachhaltig ausgerichtetes Mobilitätsmanagement, das intern und extern angewendet wird. Emissionen werden zielgerichtet verringert

 

Energiemanagement

U03.04:Energieeinsparung und -effizienz - Die Organisation hat Prozesse zum Energiemanagement etabliert. Dieses umfasst alle Energieträger (Strom, Kraftstoffe, etc.)

Emissionsschutz

U04.01: Vermeidung von Schall, Licht, etc. sowie Austritt von schädlichen Stoffen - Die Organisation hat einen Prozess zum Emissionsschutz (Lärm, Licht, etc. sowie auch Abgase) etabliert. Dazu gehören Messung, Genehmigung, Dialoge und Vermeidung/Reduktion.

Abfall

U05.01: Planvolle Müllvermeidung, -trennung und Recycling - Die Organisation verfügt über eine durchgängige Abfalltrennung und Recycling-Prozesse für anfallende Materialien, Geräte, Ausstattungen und Reststoffe. Die Abfallmenge wird gemessen und eine Recycling-Quote wird ermittelt

Umweltmanagement

U06.01: Einsatz eines Managementsystems - Die Organisation hat Prozesse zum Umweltmanagement etabliert

U06.03: Sichere Handhabung von Gefahrstoffen - Die Organisation erfasst und analysiert die anfallenden Gefahrstoffe. Alle Gefahrstoffe, die Gefahrstoffe enthalten, werden sicher und umweltschonend den Entsorgungsfachbetrieben übergeben.

U06.04: Etablierung eines ökologischen Büromanagements - Die Organisation managed ihre Büroorganisation nach ökologischen Aspekten. Zu den einzelnen Bereichen bestehen Richtlinien. Die Beschäftigten werden zu den Themen Umweltschutz und Umweltmanagement gemäß der internen Richlinien der Organisation geschult und trainiert

U06.05: Reduktion des Wasserverbrauchs - Die Organisation analysiert und bewertet regelmäßig ihren Wasserverbrauch und reduziert diesen planvoll. Dabei kommen zum Beispiel verbrauchsreduzierende Elemente zum Einsatz

U06.06: Umweltgerechte Einrichtung von Betrieb und Location - Die in Betriebsstätten eingebrachte Einrictung (Mobiliar, Textilien, Requisiten, etc.) ist recyclebar

U06.07: Nutzung umweltgerechter Verbrauchsmaterialien - Die in Betriebsstätten eingebrachten Veredlungs- (Dekoration, Farben, Bodenbeläge, etc.) und Verbrauchsmaterialien sind schadstoffarm, umweltgerecht, recyclebar und minimieren die Abfallproduktion.

U06.07: Förderung von Biologischer Vielfalt (Biodiversität) - Die Organisation hat ihren Impact auf die Biodiversität analysiert und Maßnahmen abgeleitet.

Umweltausgaben

U07.01: CO2-Kompensation von Projekten und Geschäftstätigkeit - Die Organisation kompensiert die in Kund:innenprojekten und durch den Geschäftsbetrieb verursachten CO2-Emissionen.

Kriterien Gesellschaft

Mitarbeiter:innenzufriedenheit –

S01.01: Förderung Mitarbeiter:innenbindung & -motivation - Die Organisation hat sich das Ziel gesetzt, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Sie ergreift Maßnahmen zur Mitarbeiter:innenbindung und -motivation. Diese sind in einem Personalkonzept eingebettet und werden transparent kommuniziert.

Work-Life-Balance

S01.02: Flexible Arbeitszeitmodelle & Sozialkatalog - Die Organisation fördert Maßnahmen zur Schaffung einer ausgewogenen Work-Life-Balance der Beschäftigten. Hierzu zählen vor allem flexible Arbeitszeitmodelle und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Organisation verfügt über einen außertariflichen Sozialkatalog.

Arbeits- & Gesundheitsschutz 

S03.01: Sicherung der Leistungsfähigkeit Die Organisation hält alle gesetzlichen Verpflichtungen zur Gewährleistung von Arbeits-, Gesundheits- und Sozialschutz ein. Arbeitsnormen (ILO Kernarbeitsnormen) werden eingehalten. Darüber hinaus bestehen entsprechende Programme, die die berufliche Leistungsfähigkeit sicherstellen.

Personalstrategie

S04.01: Förderung Personalentwicklung & -ausbildung - Die Organisation verfügt über ein Personalentwicklungskonzept, das die Kompetenzentwicklung der Mitarbeiter:innen fördert und so der Unternehmensentwicklung dient. Die Organisation bildet aus.

S04.02: Bedarfsgerechtes Personalmanagement - Die Organisation verfügt über ein Personalmanagement mit Personalplanung, Kompetenzanalyse, Bedarfsplanung und bedarfsgerechter Rekrutierung. Dabei spielen Nachhaltigkeitsfaktoren eine Rolle.

S04.03: Durchführung Mitarbeiter:innengespräche & Anreizsysteme - In der Organisation werden mit allen Beschäftigten und Führungskräften mindestens einmal im Jahr Mitarbeiter:innengespräche durchgeführt. In den Gesprächen werden die Leistung bewertet, Anreize (Boni, etc.) ermöglicht (insbesondere für nachhaltiges Handeln) und Mitarbeiter:innen-Feedback aufgenommen.

Diversity 

S05.01: Management von Vielfalt & Chancengleichheit - Die Organisation hat einen Prozess etabliert, der Vielfalt und Chancengleichheit und eine heterogene Belegschaft sicherstellt.

S05.02: Sicherstellen von Antidiskriminierung - Die Organisation verfügt über Konzepte und Strukturen, die Diskriminierungen jeder Art verhindern und erkennbar machen.

S05.03: Einbezug von gemeinnützigen Organisationen - Die Organisation setzt Social Contracting ein: Sie bezieht Produkte oder Dienstleistungen von Unternehmen/Organisationen aus dem gemeinnützigen Sektor.

Aus- & Weiterbildung

S06.01: Förderung von fachlicher & persönlicher Entwicklung - Die Organisation bietet Weiterbildungen an und fördert die fachliche Fortbildung und persönliche Weiterentwicklung der Beschäftigten.

S06.02: Qualifizierung im Bereich Nachhaltigkeit - Die Mitarbeiter:innen und Führungskräfte der Organisation erhalten regelmäßig spezifische Qualifizierungen und Trainings zu Inhalten, Methoden und Regelwerken in den Themenbereichen Nachhaltigkeit und unternehmerische Verantwortung (CSR).

Vorschlagswesen

S07.01: Stärkung nachhaltiger Prozesse - Die Organisation verfügt über ein betriebliches Vorschlagswesen. Es zielt unter anderem ausdrücklich darauf ab, nachhaltige Prozesse im Unternehmen zu stärken und zu verstetigen.

Dialoge

S09.01: Beteiligung von Anspruchsgruppen - Die Organisation befindet sich im aktiven Dialog mit ihren Stakeholdern. Sie dokumentiert und berücksichtigt die Stakeholderinteressen und beachtet die Ergebnisse dieses Dialogs. Der Dialog sensibilisiert die Stakeholder in Bezug auf Nachhaltigkeit

S09.02: Minderung von Impact auf lokale Gemeinschaft und Kulturerbe  -Die Organisation hat einen Prozess installiert, der den Impact ihrer Tätigkeiten auf lokale Gemeinschaften und das Kulturerbe steuert und mindert. Dazu führt sie Impact-Analysen durch und führt regelmäßige Stakeholder-Dialoge – insbesondere mit Gästen – zur Sensibilisirung durch. Ein Beschwerdemechanismus ist installiert.

Barrierefreiheit

S10.01: Ermöglichung von Teilhabe - Die Organisation verfügt in ihren Betriebsstätten über Einrichtungen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen oder Einschränkungen, ist barrierefrei und informiert darüber.

Engagement 

S11.01: Regelung von Spenden & Sponsoring - Die Organisation ist gemeinnützig aktiv und vergibt Spenden und/oder Sponsorings. Dazu gibt es klare Richtlinien und ein Konzept.

S11.02 Engagement – Unterstützung betrieblicher Freiwilligenprogramme - Die Organisation unterstützt das persönliche gemeinnützige Engagement und Corporate Volunteering-Aktivitäten der Beschäftigten. Dazu gibt es klare Richtlinien und ein Konzept.

Kriterien Wirtschaft

Qualität 

W01.01: Einführung eines strukturierten Qualitätsmanagements - Die Organisation hat strukturierte Prozesse etabliert, die ein effizientes Qualitätsmanagement erlauben.

W01.02: Einführung eines strukturierten Beschwerdemanagements - Die Organisation hat strukturierte Beschwerdeprozesse etabliert. Die Beschwerden werden dokumentiert.

W01.03: Regelmäßige Stakeholder-Dialoge zur Qualitätsverbesserung - Die Organisation führt Dialoge mit ihren Stakeholdern (insbesondere Gäste bzw. Kund:innen). Die Ergebnisse fließen in die Entwicklung von Produkten und Dienstleistungen ein. Dabei werden Aspekte der Nachhaltigkeit berücksichtigt

Risiko 

W02.01: Etablierte Risikoanalyse von Produkt und Projekt - Die Organisation hat einen Prozess zur Risikoermittlung und -einschätzung etabliert.

Innovation

W03.01: Erweiterung des nachhaltigen Leistungsportfolios - Die Organisation bietet nachhaltige Produkte und Leistungen an und erweitert ihr nachhaltiges Leistungsportfolio zielgerichtet.

W03.02: Nachhaltiges Produkt- & Innovationsmanagement - Die Organisation handelt zukunftsorientiert. Sie verfügt über strukturierte Innovationsprojekte für mehr interne Nachhaltigkeit und zur Entwicklung nachhaltiger Produkte und Lösungen.

Sicherheit

W04.01: Etablierung eines Prozesses zur Kund:innen-/ Gästesicherheit - Die Organisation hat Prozesse zur Kund:innen-/ Gästesicherheit in ihre Arbeitsabläufe fest integriert.

Budget-Disziplin

W06.01: Strukturiertes Angebots- und Abrechnungsmanagement - Die Organisation verfügt über einen strukturierten und dokumentierten Prozess zum transparenten Kostenmanagement von Angebot über Beauftragung bis hin zur Evaluation. Die Angebote und Rechnungen sind detailliert aufgeschlüsselt.

Vergütungspolitik

W07.01: Chancengerechte Tarifstruktur - Die Organisation verfügt über eine dokumentierte Vergütungspolitik und Tarifvereinbarungen.

Lieferant:innen

W08.01: Nachhaltige Ausrichtung der Liefer- und Wertschöpfungskette - Die Organisation richtet ihre vor- und nachgelagerte Wertschöpfungskette unter Einbezug ökologischer, sozialer und ethischer Themen (Ressourcenschonung, Fairtrade, Regionalität, menschenrechtliche Sorgfalt, Arbeitsnormen, gegen Kinderarbeit, etc.) aus und bevorzugt diese Lieferant:innen/ Dienstleister:innen im Einkaufsprozess.

W08.02: Beachtung menschenrechtlicher Sorgfaltspflichten - Die Organisation hat einen Prozess zur menschenrechtlichen Sorgfalt eingeführt.

Ressourcen

W09.01: Effizienter Einkauf von nachhaltigen Produkten und Leistungen - Im Einkauf wird auf die Ressourceneffizienz, die Umweltbilanz, die Sozialbilanz und die Vollkosten über den gesamten Lebenszyklus wichtiger beschaffter Güter und Leistungen nachweislich geachtet

Finanzierung

W10.01: Ökologisches und ethisches finanzielles Engagement - Die Organisation richtet ihr finanzielles Engagement nach ökologischen und ethischen Kriterien aus (Wahl der Bank, der Geldanlagen und der Finanzierung, etc.).

Mitgliedschaften

W12.01: Transparente Darlegung der Verbandsmitgliedschaften - Die Organisation legt dar, in welchen Verbänden und Vereinen eine Mitgliedschaft besteht (Wirtschaft, Branche, Gemeinnutz).

 

Um die Zertifizierung zum Sustainable Partner zu erlangen, müssen nicht alle Kriterien erfüllt werden. Grundsätzlich wird zwischen Kern- und Berichtskriterien sowie freiwilligen Kriterien unterschieden. Welche Kriterien ein Unternehmen erfüllen und zu welchen es berichten muss, hängt individuell von der jeweiligen Dienstleistungssparte ab. Welche Kriterien für Ihr Unternehmen relevant sind, können sie den entsprechenden Wesentlichkeiten im Leitfaden entnehmen.

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