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Azubi-Blog: Der Berlin Dreh mit Russia One

Dieser Artikel ist Teil des visitBerlin Azubi-Blogs und von unseren Auszubildenden und Dual-Studierenden verfasst.

von Julia

Vor kurzem hatte ich die coolste Arbeitswoche bei visitBerlin seit dem Beginn meines dualen Studiums im letzten Jahr.

Ende August kam das russische Fernsehen „Russia One“ nach Berlin um fünf Kurzbeiträge über Berlin zu filmen. Die Sendung “Утро России“ ist vergleichbar mit unserem Sat.1 Frühstücksfernsehen und super bekannt in ganz Russland.

Da ich zweisprachig aufgewachsen bin, weil meine Mama aus Russland kommt, durfte ich das Fernsehteam an zwei von insgesamt fünf Tagen bei ihren Dreharbeiten begleiten.

Die fünf großen Themen, die aktuell auch die wichtigsten für Berlin sind, waren: Nachhaltiges Essen, urbane Stadtentwicklung, 30 Jahre Mauerfall, Mobilität und Ehrenamt.

Der Dreh

Futurium
© Futurium.de, Fotografen: Schnepp Renou

An meinem ersten Tag lernte ich, gemeinsam mit unserer stellvertretenden Pressesprecherin, die zwei Kameramänner, den Produzenten und die Moderatorin beim gemeinsamen Mittagessen kennen. Die vier waren von Anfang an super sympathisch und lustig, sodass ich mich beim Russischsprechen sofort wohl fühlte. An diesem Tag war das Thema beim Dreh „urbane Stadtentwicklung“. Daher sind wir nach einem schnellen Lunch zum „Futurium“ gegangen. Das Futurium ist ein Haus der Zukunft, in dessen Ausstellungen über die Zukunftsgestaltung Berlins informiert wird. Zu diesem Zeitpunkt war die Ausstellung noch nicht offiziell eröffnet, deshalb war es umso interessanter die Handwerker bei ihrem Endspurt zu beobachten. Man merkte allen die Anspannung - so kurz vor der Eröffnung - an. Nach einem Interview mit dem Chef und Aufnahmen auf der Dachterrasse und im Lab des Futuriums erhielten wir einen kleinen persönlichen Rundgang gegen frühen Abend checkte ich die Crew im Hotel am Potsdamer Platz ein.

Die Moderatorin bat mich, ihr einen Friseurtermin für den nächsten Morgen zu besorgen, um „geschniegelt und gestriegelt“ vor der Kamera aufzutreten. Leider hatte jedoch kein Friseur rund um den Potsdamer Platz einen Termin frei – sowas habe ich auch noch nie erlebt.

Am Zweiten Tag ging es für die drei Männer und mich auf den Panorama Punkt am Potsdamer Platz um ein paar schöne, sonnige Aufnahmen über den Dächern Berlins zu filmen. Das Thema des Tages war Ehrenamt in Berlin. Das Thema führte uns an das Herder Gymnasium, um dort vor Ort einen 90-jährigen Mann zu interviewen. Er arbeitet als ehrenamtlicher Mediator und Streitschlichter, welcher sich um die Probleme der Jugendlichen kümmert. Ich habe selten so einen energischen und humorvollen Rentner mit einem perfekten Englisch getroffen. Das Kamerateam hat ihn geliebt und ein tolles Interview gefilmt. Nach einem schnellen Lunch ging es für uns in die Ulme 35 – ein Raum für Kunst, Kultur und Begegnung. In dieser wunderschönen Villa in Westend begegnen sich Nachbarn und Geflüchtete, um voneinander zu lernen und in verschieden Kreativworkshops aktiv zu werden. Ich musste sehr viel aus dem Deutschen in das Russische und umgekehrt übersetzen. Mir hat es so sehr Spaß gemacht, meine beiden Muttersprachen anzuwenden und als Unterstützung ein wichtiger Teil bei den Dreharbeiten zu sein, dass der Abschied von dem russischen Team sehr schwer fiel.

Zum erfolgreichen Abschluss der Dreharbeiten trafen wir uns alle zum Farewell Dinner um BRLO am Gleisdreieck. Zufrieden und erschöpft von der erfolgreichen Woche ging eine aufregende Zeit bei Wein und gutem Essen vorbei.

Ich hätte wirklich nie gedacht, wie aufwendig der Dreh für das Fernsehen ist: Vier Menschen fliegen für fünf Tage in ein anderes Land, in dem sich vier andere Menschen um den perfekten Tagesablauf kümmern, bei dem viele andere Einrichtungen und Menschen mithelfen um Interviews zu geben und Infos zu liefern, um fünf Beiträge über eine Stadt zu drehen, die jeweils drei Minuten lang sind, für die man zehn Stunden pro Tag gefilmt hat.

Ich muss sagen, es hat sich total gelohnt.

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