Tourismusbilanz 2025: Berlin behauptet europäische Spitzenposition
- 29,4 Millionen Übernachtungen von 12,4 Millionen Gästen
- Anteil der internationalen Gäste bei 41 Prozent: USA, Großbritannien und Niederlande sind die Top-3-Herkunftsländer
- Zahl der Kongressgäste und der Besucher:innen aus China und Indien wächst
- Berlin setzt auf Zukunftsstrategie: Tourismus stadtverträglich steuern, Kieze stärken, Lebensqualität sichern
Berlin, 18. Februar 2026 Berlin ist eines der beliebtesten Städtereiseziele Europas. Die mehr als 700 Beherbergungsbetriebe der Stadt verzeichneten im vergangenen Jahr 29,4 Millionen Übernachtungen von rund 12,4 Millionen Gästen. In einem herausfordernden wirtschaftlichen und geopolitischen Umfeld behauptet Berlin seine Position unter den führenden Städtedestinationen und richtet den Blick konsequent auf eine zukunftsfähige, stadtverträgliche Weiterentwicklung des Tourismus. Die aktuelle Bilanz des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg wurde heute auf einer Pressekonferenz im Data Space am Hackeschen Markt von Berlins Bürgermeisterin und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey sowie der visitBerlin-Geschäftsführung Sabine Wendt und Burkhard Kieker vorgestellt.
Franziska Giffey, Berlins Bürgermeisterin und Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Mit knapp 30 Millionen Übernachtungen und über 12 Millionen Gästen können wir klar festhalten: Berlin zieht unvermindert an. Unsere Stadt gilt international als Sehnsuchtsort und Kulturmetropole von Weltrang. Der Berlin-Tourismus behauptet sich auch in schwierigen Zeiten mit geändertem Reise- und Konsumverhalten. Die aktuelle Bilanz zeigt, dass wir das Niveau des Vorjahres in etwa stabil halten. Wir gehören damit immer noch zu den wenigen Städten weltweit, die solche Besucherzahlen erreichen. Unser Fokus für 2026 ist klar: Mit gezielten Investitionen und einer engen Zusammenarbeit stärken wir den Tourismus - als einen der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren der Stadt. Gleichzeitig arbeiten wir weiter daran, Berlin noch besser international anzubinden und weitere Großevents in die Stadt zu holen. 2026 wird mit der ILA und der Innotrans, die immer in den geraden Jahren stattfinden, ein vielversprechendes Jahr werden.“
Burkhard Kieker, Sprecher der Geschäftsführung von visitBerlin: „Berlin ist und bleibt ein starkes Reiseziel. Das Jahr 2025 war anspruchsvoll. Berlin hat sich als internationale Kulturmetropole und als Stadt der Freiheit behauptet, die Menschen weltweit begeistert. Gäste aus China und Indien kommen zunehmend nach Berlin. Auch der Kongresstourismus wächst. Wir schauen daher optimistisch in die Zukunft.“
Internationale Märkte und neue Wachstumstreiber
Deutschland blieb 2025 mit 17,34 Millionen Übernachtungen von 7,9 Millionen Gästen der wichtigste Herkunftsmarkt für den Berlin-Tourismus. Zugleich ist der internationale Markt eine tragende Säule: Rund 41 Prozent aller Übernachtungen entfielen 2025 auf Gäste aus dem Ausland. Die USA waren mit rund 1,28 Millionen Übernachtungen der größte Auslandsmarkt. Wichtigstes europäisches Herkunftsland war Großbritannien mit rund 1,27 Millionen Übernachtungen, gefolgt von den Niederlanden (786.400), Spanien (711.500) und Italien (653.000). Auch wenn die etablierten Märkte im Vergleich zum Vorjahr leichte Rückgänge verzeichneten, sind sie für den Berlin-Tourismus zentral.
Dazu gewinnen neue Märkte an Bedeutung. Besonders positiv entwickelten sich 2025 die Gästezahlen aus der Türkei (+8,5 Prozent Übernachtungen) und Übersee aus China (+14,4 Prozent), Indien (+10,0 Prozent), Israel (+9,5 Prozent) und Kanada (+6,6 Prozent). Diese Dynamik zeigt: Berlin verfügt auch jenseits der klassischen Quellmärkte über Potenzial in Zukunftsmärkten.
Die Visitor Economy ist ein elementarer Pfeiler der Berliner Wirtschaft, wirkt weit über Hotels hinaus und sichert mit einem touristischen Konsum von 15,1 Milliarden Euro eine Bruttowertschöpfung von 8,4 Milliarden Euro. 224.800 Menschen leben direkt oder indirekt vom Tourismus in Berlin.
Starke Impulse durch Groß-Events und Kongresse
Ein wichtiger Motor für Nachfrage und internationales Image ist die Berliner Veranstaltungs- und Kongresswirtschaft. 2025 stieg die Zahl der Veranstaltungen um 5,6 Prozent, die Zahl der Teilnehmer:innen sogar um 26,8 Prozent (Quelle: Visitor Insight). Der ESMO Congress 2025 unterstrich die Bedeutung des Kongressgeschäfts für Berlin: Mit über 37.000 Teilnehmenden zählte die weltweit führende Onkologie-Veranstaltung zu den größten Kongressen, die je in der Hauptstadt stattfanden. Internationale Sichtbarkeit erzeugten zudem Großevents wie die Berlin Freedom Week, das Publikumsevent „49h ICC“ und der Jahreswechsel am Brandenburger Tor.
Medizinische Leitkongresse, internationale Fachmessen und Großveranstaltungen tragen erheblich zur Wertschöpfung bei. Auch 2026 stehen zahlreiche hochkarätige Veranstaltungen an, darunter der aktuell stattfindende Deutsche Krebskongress, die DMEA – Connecting Digital Health, der ESMO Breast Cancer Congress und der World Health Summit. Hinzu kommen internationale Leitmessen wie ILA und InnoTrans sowie Technologie- und Wirtschaftsformate wie IFA Berlin, SuperReturn International, WeAreDevelopers WorldCongress, GITEX Europe und re:publica.
visitBerlin entwickelt den Tourismus zukunftsorientiert weiter
visitBerlin setzt 2026 gezielt Impulse zur Weiterentwicklung des Berlin-Tourismus. „Wir stärken Berlins Visitor Economy strategisch, zukunftsfähig und digital“, sagt Sabine Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin. „Mit Events, Angeboten in den Kiezen und datenbasierten Lösungen gestalten wir Tourismus gemeinsam so, dass er Gästen wie Berlinerinnen und Berlinern gleichermaßen zugutekommt.“
Mit dem „Berlin Paper“ und dem neu gegründeten Berlin Event Board als Initiative für mehr Großveranstaltungen baut Berlin die Position als zukunftsfähiger Eventstandort aus. Mit BerlinPay entsteht zudem eine eigene Adaption des Kopenhagener Modells CopenPay, bei dem Reisende für umweltfreundliches Verhalten belohnt werden. Ebenso wird die Zusammenarbeit mit Berlins zwölf Bezirken fortgeführt: Eine Kiez-Kampagne macht 2026 erneut lokale Highlights sichtbar, um Besucherströme besser zu verteilen.
Durch digitale Innovationen gestaltet Berlin den Tourismus datenbasiert weiter, vom visitBerlin Datenhub mit rund 240.000 Datensätzen als Basis für den strukturierten Austausch touristischer Informationen, über den KI-gestützten Chatbot Berlynn auf visitBerlin.de bis zum Berlin Convention Finder mit einer KI-Suche, die zu passgenauen Anbietern im Tagungs- und Kongressbereich führt.
Perspektivisch arbeitet visitBerlin gemeinsam mit der Branche an einem Leitbild nach dem Modell der „Sentient City“, um technologiebasiert die Erlebnisqualität zu verbessern und Tourismus als positiven Faktor für Stadtentwicklung und menschliche Begegnungen zu verankern.
Ausblick 2026: Vielfalt, Kultur, neue Hotels und internationale Strahlkraft
Mit einem starken Messe- und Kongressjahr, internationalen Kulturhighlights und Großevents blickt Berlin optimistisch auf das Jahr 2026. Details.
Die Zukunftsorientierung spiegelt sich auch in Berlins Hotellandschaft wider: Neben Neubauten prägen 2026 vor allem umfassende Modernisierungen großer Häuser wie Marriott, Hilton, Bristol und Esplanade das Bild. Zugleich setzen aktuelle Neueröffnungen wie das The Dean und das Me and All Hotel Berlin East Side by Hyatt deutliche Impulse für Berlins Hotellerie. Weitere Akzente liefern Zukunftsprojekte wie der Estrel Tower, künftig Deutschlands höchstes Hotel, das Ocean Berlin mit Hotel, nachhaltige Revitalisierungen wie das Clayton Hotel Tiergarten sowie das für 2027 geplante Four-Seasons-Comeback im Hotel de Rome. Mehr Infos.
Auch in internationalen Rankings bestätigt Berlin die Attraktivität als Reiseziel: Die Hauptstadt zählt zu den zehn besten Städten weltweit, gehört zu den vier nachhaltigsten Metropolen und rangiert auf Platz zwei der besten Solo-Reiseziele. Der Berlin-Marathon als beliebtester Marathon Europas und Berlins Ruf als führende Live-Musik-Metropole unterstreichen die internationale Strahlkraft der Stadt. Details.
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