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Was macht die Tourismusbranche aus?

Stimmen der Botschafter:innen des Berlin-Tourismus

Berlin braucht seine Gäste, weil es ohne sie weder schöne Hotels noch spannende Arbeitsplätze, tolle Kultureinrichtungen und volle Clubs in der Stadt gäbe.

Christian Andresen, Präsident des DEHOGA Berlin und Geschäftsführender Gesellschafter des The Mandala Hotel

Christian Andresen, Präsident des DEHOGA Berlin und Geschäftsführender Gesellschafter des The Mandala Hotel
 

Christian Andresen, Präsident des DEHOGA Berlin ©  visitBerlin, Foto: Dirk Mathesius

Was macht für Sie die Weltstadt Berlin aus?
Die Weltstadt Berlin vermittelt uns und denen, die zu uns kommen, ein Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit. Es gibt keine Konventionen. Alle sind willkommen und können hier so leben, wie sie wollen. Berlin ist ein ganz besonderer Ort und für mich die Stadt der Möglichkeiten. Das zeigt sich zum einen im wirtschaftlichen Bereich – bei den vielen Start-ups und Unternehmen, die sich in dieser Stadt ansiedeln und zum Erfolg dieser Stadt beitragen. Auf der anderen Seite aber auch darin, was diese Stadt für Touristen und die Bürger:innen dieser Stadt zu bieten hat. Wenn Sie allein daran denken, was in den Bereichen Kultur und Veranstaltungen alles möglich ist. Auch die Kombination der städtischen Atmosphäre verbunden mit den „grünen“ Punkten und Ausflugsmöglichkeiten dieser Stadt. Ich finde, all das macht eine Weltmetropole aus und diese Stadt äußerst attraktiv.

Wie wichtig ist der Tourismus für Berlin und Ihr Unternehmen?
Der Tourismus ist für Berlin, für unser Hotel und die gesamte Branche essentiell wichtig. Denn wir haben in Berlin einen Mix aus 50 Prozent Business-Gästen und 50 Prozent Touristen. Das ist wirtschaftlich enorm wichtig. Zum einen profitieren auch andere Branchen: die Gastronomie, Kunst und Kultur, Theater, Museen und Clubs. Gäbe es keine Touristen, würde es diese ganze Landschaft nicht geben. Zum anderen ist es für Berlin unheimlich wichtig, dass es diese Durchmischung mit den Touristen gibt. Das hat etwas damit zu tun, dass Demokratie lebt, dass man sich mit anderen verständigt und Menschen aus anderen Ländern kennenlernt. Dies zahlt ein auf die Stadt der Freiheit, die man hier erlebt.

Was muss passieren, dass die Tourismusbranche wiederbelebt wird? Was wünschen Sie sich für die nächsten Monaten?
Ich wünsche mir natürlich, dass der Tourismus zu alter Stärke zurückgehrt und dass die Berliner:innen den Tourismus als das sehen was er ist, nämlich als wichtigsten Wirtschaftsmotor dieser Stadt. Wenn es dem Tourismus gut geht, dann geht es auch vielen anderen und zahlreichen Wirtschaftszweigen gut. Davon profitiert die ganze Stadt. Die Aktivitäten, die visitBerlin gerade angeht und vorbereitet, sind sicherlich wichtig, um die Tourismusbranche wiederzubeleben. Wir müssen aber auch an den Messe- und Kongressangeboten arbeiten, ebenso an dem Ausbau der Flugverbindungen und Langstreckenflüge. Das ist für eine Weltstadt wie Berlin wichtig, auch um den Gästemix – weg vom Billigtourismus hin zu mehr Qualitätstourismus – dieser Stadt weiterhin zu optimieren.

Welche Themen treiben Sie in Bezug auf Ihre Branche an?
Der Krieg in der Ukraine hat natürlich einen großen wirtschaftlichen Einfluss auf unsere Branche, aber auch auf viele andere. Stichwort Energie- und Lebensmittelpreise. Das können wir aber nur bedingt beeinflussen. Eines der großen Themen, welches uns als Branche derzeit besonderes antreibt und eine große Herausforderung darstellt, ist das der Fachkräftesicherung. Dienstleistungsbranchen, wie die unsere, brauchen selbstverständlich die entsprechenden Mitarbeiter:innen für die Leistungserbringung gegenüber den Gästen. Ohne Mitarbeiter:innen geht es nicht. Daher ist es mir ein besonderes Anliegen, mit den relevanten Akteuren Lösungen für die derzeitigen Probleme zu finden. Eine langfristige Idee, mit der man den Mangel abmildern könnte, ist das Projekt „HOGA Campus“ – ein Ort, an dem wir das Thema Bildung und Forschung auf ein anderes Niveau für unsere Branche bringen wollen. Ich glaube, dieses Projekt wäre für unsere Branche und für Berlin als Tourismus-, Bildungs- und Wissenschaftsstandort, aber auch für Deutschland zukunftsweisend.

Wie sieht der Tourismus der Zukunft aus?
Ich wünsche mir mehr Nachhaltigkeit und dass wir alle in Nachhaltigkeit investieren, damit wir kein schlechtes Gewissen haben müssen, um zu reisen, dass wir kein schlechtes Gewissen haben, die Umwelt zu zerstören oder die Welt unserer Kinder beeinträchtigen. Ich wünsche mir, dass wir ohne Barrieren reisen können. Denn Reisen und Tourismus ist eines der wesentlichen Zukunftsthemen und dass wir uns alle in den unterschiedlichsten Ländern begegnen können und uns und andere Kulturen verstehen lernen. Nur so können wir Konflikte, wie wir sie leider aktuell erleben, in Zukunft gar nicht erst aufkommen lassen. Deshalb ist Tourismus so wahnsinnig wichtig.

Welche besondere Erfahrung mit Gästen in Ihrem Hotel können Sie mit uns teilen?
Wir haben hier Gäste aus aller Welt, aller Couleur und es macht wahnsinnig viel Spaß, mit diesen Gästen zu arbeiten – und das geht natürlich nur, wenn wir auch Mitarbeiter haben, die aus aller Welt kommen, die diese Gäste auch sehr gut betreuen können. Ich kann Ihnen eine Geschichte erzählen: Wir hatten vor einigen Jahren Shah Rukh Khan bei uns zu Besuch. Er kam mit einem ganzen Tross aus Indien und hat fast das gesamte Hotel über mehrere Monate belegt, weil er einen Bollywoodfilm in Berlin gedreht hat. Da haben wir irre Szenen im Hotel erlebt, es war ein Treiben, das war toll. Wenn Sie den Weltstar Shah Rukh Khan im Lift getroffen haben, dann hat er ganz normal auf Augenhöhe mit Ihnen gesprochen und hat sich gefreut, meine kleine Tochter zu sehen. Das sind schöne, unvergessliche Erlebnisse. Wir sind Hoteliers und stellen uns auf alle Situationen ein.

Wenn Sie persönlich Gäste in Berlin empfangen, was unternehmen Sie mit ihnen, was ist Ihr Tipp?
Ich bewege mich wahnsinnig gern in der historischen Mitte von Berlin. Hier können Sie Geschichte atmen und mit den Menschen über Geschichte sprechen.

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