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Was macht die Tourismusbranche aus?

Stimmen der Botschafter:innen des Berlin-Tourismus: Hotellerie und Locations

Wir vertreten als Touristiker mit Herz und Verstand die schönste Branche der Welt, doch das reicht heute nicht mehr aus. Der Fachkräftemangel ist in allen Branchen gegenwärtig und der Wettlauf um die besten Köpfe ist branchenübergreifend im vollen Gange.

Bettina Reinfeld, Geschäftsführung des Schlossgutes Altlandsberg
Bettina Reinfeld ©  privat

Bettina Reinfeld, Präsidentin Skål International Berlin e.V., Wirtschaftsclub für Tourismus / Geschäftsführung des Schlossgutes Altlandsberg

Wie wichtig ist der Tourismus für Ihren Beruf, für Ihr Unternehmen, für ganz Berlin?
Meine Name ist Bettina Reinfeld und ich bin ein touristisches Urgestein. Seit über 30 Jahren bin ich in der Branche tätig. Nach meinem Studium zur Betriebswirtin Tourismus habe ich etliche berufliche Stationen in Reisebüros und als Unternehmerin absolviert. Nun steht wieder ein beruflicher Wechsel ins Haus und ich freue mich, dass ich ab 1. Juli 2022 die Geschäftsführung des Schlossgutes Altlandsberg übernehmen werde. Das barocke Schlossgutensemble ist eine touristische Attraktion vor den Toren Berlins mit hervorragenden kulturellen Angebot und eine beliebte Hochzeit- und Tagungslocation. Tourismus ist für mich wichtig, weil es mehr als nur ein Beruf ist. Es ist meine Passion und erfüllt mein Leben. Ich verstehe Tourismus als Dienstleistung und kulturelle Bereicherung für uns alle. Selber reise ich natürlich sehr viel, doch bin ich immer wieder froh nach Berlin zurückzukommen. Natürlich bin ich fasziniert von fremden Kulturen und Ländern, umso mehr freue ich mich, wenn mir die Menschen dort offen und freundlich begegnen. Das möchte ich natürlich unseren Gästen ein Stück weit hier in Berlin zurückgeben.

Welche Themen treiben Sie in Bezug auf Ihre Branche an?
Ein ganz wichtiges Thema zum Neustart nach der Pandemie ist die Fachkräftesicherung im Tourismus. Während der Pandemie sind viele erfahrene und gutausgebildete Mitarbeiter in andere Branchen abgewandert. Mich treibt der Gedanke um, was passiert, wenn die Touristen wieder da sind und Gaststätten haben mehr Ruhetage oder schließen um 21 Uhr, Attraktionen und Stadtrundfahrten haben eingeschränkte Öffnungszeiten. Also stell Dir vor, die Gäste kommen und die touristische Infrastruktur funktioniert nicht. Zu diesem wichtigen Thema habe ich als Präsidenten des touristischen Wirtschaftsclub SKAL Berlin Anfang Mai zu einer Podiumsdiskussion mit dem Staatssekretär des Senats für Wirtschaft, Michael Biel, eingeladen. Ich bin erleichtert gewesen, dass die Tourismuswirtschaft ganz oben auf seiner Agenda steht. Doch ganz klar wurde auch, die Politik allein kann diese Thema nicht bewältigen. Zwar vertreten wir als Touristiker mit Herz und Verstand die schönste Branche der Welt, doch das reicht heute nicht mehr aus. Der Fachkräftemangel ist in allen Branchen gegenwärtig und der Wettlauf um die besten Köpfe ist branchenübergreifend im vollen Gange. Hier sind die Unternehmen mit attraktiveren Arbeitsbedingungen als bisher gefragt. Diese Herausforderung wird nur Hand in Hand mit allen Akteuren Unternehmen, Politik und IHK zu bewältigen sein und natürlich mit Hilfe der Berlin:innen, die sich für einen Job im Tourismus entscheiden und Teil der „Faszination Reise“ sein wollen. 

Was macht die Berliner Gastfreundlichkeit für Sie aus?
Natürlich ist der Tourismus in Berlin ein wichtiger Wirtschaftsmotor, doch der kann nur funktionieren, wenn wir uns alle als Gastgeber verstehen. Die einzigartige Atmosphäre und die Kombination von „Herz und Schnauze" der Berliner:innen ist weltberühmt und kommt bei unseren Besucher:innen gut an. Natürlich wünsche ich mir unseren Gästen gegenüber das ein oder andere Mal, doch etwas mehr Freundlichkeit, denn Tourismus lebt vom exzellenten Service am Gast.  Jeder kann seinen Beitrag leisten und mit Offenheit, Neugier und Hilfsbereitschaft zur Verständigung der Kulturen beitragen. Ich freue mich wieder riesig auf die vielen Begegnungen in der Stadt und helfe gern, wenn ich ratlose Gesichter vor einem Fahrkartenautomaten der BVG sehe. Falls Berlin dann doch mal wieder zu voll wird, dann empfehle ich den Berliner:innen eine Ausflug ins Brandenburger Land, um sich selbst als Gast verwöhnen zu lassen. Wie wär´s? Vielleicht sehen wir uns im Schlossgut Altlandsberg… Land. Kultur. Gut.

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