Berlin Paper 2025
Großveranstaltungen in Berlin – Zukunft gemeinsam gestalten
- Berlin soll in zehn Jahren als globale Vorreiterstadt für nachhaltige und inklusive Großveranstaltungen etabliert werden.
- Die Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, sind sich einig: Die Zukunftsfähigkeit Berlins als Veranstaltungsmetropole entsteht durch Kooperation und strategischer Ausrichtung.
Berlin ist eine Top-Reisedestination und ein Ort der Begegnung. Unsere Stadt zieht immer mehr Gäste aus der ganzen Welt an, im Jahr 2024 waren es 12,7 Millionen und damit wieder ein deutliches Plus. Wir setzen Trends mit innovativen Messen und Kongressen und fördern einen nachhaltigen Tourismus mit Highlights in der gesamten Stadt. Dass Berlin auch für Mega-Events der richtige Ort ist, haben wir bei der Europameisterschaft 2024 wieder einmal gezeigt. Reibungslose Organisation und Gastfreundschaft gehen hier Hand in Hand.
Berlin als führende Metropole für nachhaltige, inklusive und innovative Großveranstaltungen bis 2035

Strategische Empfehlungen für das Management von Großveranstaltungen in Berlin
Berlin, April 2025 Berlin soll in zehn Jahren als globale Vorreiterstadt für nachhaltige und inklusive Großveranstaltungen etabliert werden. Es bedarf eines klaren Aktionsplans zur Umsetzung dieser Vision, um alle relevanten Akteur:innen einzubeziehen und zu koordinieren.
Why (Vision)
Wir entwickeln das Berlin Paper, damit Berlin in zehn Jahren als globale Vorreiterstadt für nachhaltige und inklusive Großveranstaltungen etabliert ist. Wir glauben daran, dass eine starke Visitor Economy einen positiven Impact auf Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Infrastruktur hat und Berlin dadurch zukunftsfähig bleibt.
How (Mission)
Wir bündeln Wissen, Kompetenzen und Perspektiven, um Berlin als führende Destination für nachhaltige und inklusive Großveranstaltungen zu positionieren. Durch enge Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entwickeln wir eine klare Strategie und konkrete Maßnahmen, die den positiven Impact der Visitor Economy auf Stadtgesellschaft, Wirtschaft und Infrastruktur maximieren.
What (Strategie)
Gemeinsam erarbeiten die Stakeholder verschiedenen Arbeitspaketen, um Berlin zu einer der wichtigsten Destination für Großveranstaltungen zu entwickeln.
Die Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft, sind sich einig: Die Zukunftsfähigkeit Berlins als Veranstaltungsmetropole liegt in enger Kooperation und einer klaren strategischen Ausrichtung. Diese Vision ist realisierbar, wenn (wir) alle Akteur:innen gemeinsam an einem Strang ziehen.

Michael Biel, Staatssekretär für Wirtschaft, Energie und Betriebe: „Wir unterstützen die Tourismus- und Eventbranche in Berlin, weil sie ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und unser Aushängeschild für die Welt ist. Zwei große Themen haben wir besonders im Blick: die Sicherung der Fachkräfte und die Entwicklung eines wachsenden, aber nachhaltigen und städteverträglichen Tourismus. Gemeinsam mit der Branche wollen wir auch weitere Veranstaltungen, Messen und Kongresse nach Berlin holen und damit die Wirtschaft und Stadtrendite stärken.“
Große Events mit internationaler Strahlkraft gehören zur Erfolgsgeschichte der Visitor Economy in Berlin. Damit unsere Stadt attraktiv für zukünftige Großveranstaltungen bleibt, gilt es, an wichtigen Stellschrauben zu arbeiten: einheitliche Standards müssen entwickelt, Technologie und Innovationen gefördert werden. Das vorliegende, mit der Branche entwickelte Berlin Paper dient dabei als Wegweiser.
Wir möchten, dass Berlin eine Stadt ist, die hervorragende Bedingungen für Großveranstaltungen bietet. Diese bringen nicht nur viele Gäste zu uns, sie haben auch vielfältige wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Effekte für die Stadt. Um Berlins Erfolg als Event-Destination weiterzuentwickeln, brauchen wir ein starkes und effizientes Netzwerk von Stakeholdern sowie ein erstklassiges Angebot für die Veranstalter und ihre Gäste.
Executive Summary

Berlin hat sich international als bedeutende Destination für Großveranstaltungen etabliert und profitiert unverändert stark von der Tourismus- sowie der MICE-Branche (Meetings, Incentives, Conventions, Exhibitions/Events). Allein Teilnehmende von Tagungen und Kongressen generieren jährlich Ausgaben in Höhe von 4,262 Milliarden Euro, wovon 2,815 Milliarden Euro unmittelbar in Berlin wirksam werden. Diese Ausgaben führen zu einer Bruttowertschöpfung von 1,714 Milliarden Euro und sichern deutschlandweit über 45.000 Arbeitsplätze, davon über 27.000 in Berlin (Berlins Veranstaltungs- und Kongressstatistik, 2024). Dabei berücksichtigen die Ausgaben der Teilnehmenden ausschließlich persönliche Ausgaben wie Unterkunft, Verpflegung und Ähnliches – im Durchschnitt 350 Euro pro Person und Tag. Hinzu kommen die Tagungskosten bzw. Ausgaben der Veranstalter für Miete, Catering, Technik, Messebau und andere Dienstleistungen. Gleichzeitig steht die Stadt vor der Herausforderung, ihre Nachhaltigkeits- und Inklusionsziele zu verwirklichen und ihre Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext zu sichern, um langfristig erfolgreich zu bleiben.
Großveranstaltungen und Events sind weit mehr als wirtschaftliche oder kulturelle Highlights, denn sie haben das Potenzial, gesellschaftliche Spaltungen zu überbrücken und neue soziale Verbindungen zu schaffen.
Durch gezielte Gestaltung können Events einen Raum für echte Begegnungen schaffen – unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder politischen Überzeugungen. Emotionale, gemeinschaftsstiftende Erlebnisse aktivieren unser „soziales Gehirn“ und erleichtern das Überwinden von Vorurteilen. Dies stärkt nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern macht Berlin zu einem Vorbild für inklusive und dialogfördernde Veranstaltungsformate. Internationale Großkongresse und Business Events bringen zudem neue Kontakte, Innovationen und Aufmerksamkeit für Berlins Wirtschafts- und Wissenschaftsbereiche mit sich und stärken das Profil der Stadt in den jeweiligen Bereichen.

Stefan Athmann, Vorstandsvorsitzender visitBerlin Partnerhotels e.V.: „Großveranstaltungen wie Konzerte, Festivals oder Sportevents bringen Touristen in die Stadt, die Geld in Hotels, Restaurants, Geschäften und anderen lokalen Unternehmen ausgeben. Dies führt zu einem wirtschaftlichen Aufschwung und unterstützt die lokale Wirtschaft."
Berlin soll in den nächsten zehn Jahren als globale Vorreiterstadt für nachhaltige und inklusive Großveranstaltungen etabliert werden. Um diese Vision zu erreichen, ist ein Aktionsplan erforderlich, der alle relevanten Akteure einbezieht und koordiniert.
Der Berlin Tourism & MICE Summit 2024 bot eine zentrale Plattform für den Austausch zwischen Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse erarbeiten die Mitveranstaltenden nun das Berlin Paper als Aktionsplan. Der auf dem Summit initiierte ressortübergreifende Austausch ist essenziell für die Weiterentwicklung dieser Strategie. Die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit Berlins als Veranstaltungsmetropole.
Mit einer starken, vernetzten und innovativen Visitor Economy kann sich Berlin weiter zu einer der wichtigsten Destinationen für Großveranstaltungen entwickeln. Dabei ist es entscheidend, unterschiedliche Stakeholder in den Prozess einzubeziehen und gemeinsam Arbeitspakete zu entwickeln, die zur langfristigen Erreichung dieses Ziels beitragen.
Die branchenübergreifende Vernetzung zentraler Akteure der Event- und Tourismusbranche sollte durch regelmäßige Austauschformate und eine zentrale Plattform gezielt gestärkt werden. Ein neu etabliertes Berlin Event Board koordiniert dabei die Bewerbungen für Veranstaltungen und übernimmt eine Schlüsselrolle in der Planung. So trägt es maßgeblich zur Positionierung Berlins als attraktive Eventmetropole bei und prägt das Stadtimage nachhaltig.
Für die effiziente Planung und Durchführung von Großveranstaltungen braucht es eine behördliche Anlaufstelle, die zwischen Politik, Veranstaltern, Sicherheitsinstitutionen und Verwaltung koordiniert. Diese zentrale Stelle steuert sicherheitsrelevante Prozesse, ÖPNV-Planung, City Dressing und Nachhaltigkeitsstandards. Wiederkehrende Abläufe lassen sich optimieren, und eine behördliche Allokation verhindert bürokratische Hürden. Eine einheitliche Berliner Versammlungsstättenverordnung und die Schließung der Regelungslücke für die Genehmigung von Großveranstaltungen im öffentlichen Straßenland bzw. als gemischte Veranstaltungen in Veranstaltungsstätten UND dem öffentlichen Straßenland würde Großveranstaltungen sicherer und effizienter planbarer machen, indem sie einheitliche Regelungen schafft, Bürokratie reduziert, Sicherheitsstandards definiert, moderne Veranstaltungsformate berücksichtigt und schnellere behördliche Entscheidungen ermöglicht.
Schließlich sollten zentrale Sicherheitsvorgaben entwickelt werden, um einheitliche Sicherheitsstandards zu gewährleisten. Regelungen zu Maximalauslastung, Fluchtwegen und Umleitungen sind ebenso notwendig wie regelmäßige Schulungen der relevanten Akteure, um die Qualität der Sicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu verbessern.
Um die nachhaltige Entwicklung von Großveranstaltungen in Berlin zu fördern, sind verbindliche Nachhaltigkeitsstandards erforderlich, die ökologische und soziale Kriterien berücksichtigen. Diese Standards sollen mit spezifischen Messkriterien verbunden werden, um die Auswirkungen von Veranstaltungen präzise zu bewerten. Die kontinuierliche Evaluation muss dabei integraler Bestandteil der Planung sein, um die langfristige Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft zu optimieren.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Förderung der Bürgerbeteiligung. Durch den Ausbau bestehender Beteiligungsformate und die Schaffung kostenfreier Zugänge zu Veranstaltungen kann eine breite Akzeptanz innerhalb der Stadtgesellschaft erzielt werden.

Robert Rückel, Vizepäsident der IHK Berlin: „Berlin-Tourismus und der Berliner MICE-Sektor sind dank der vielfältigen Angebote eine Erfolgsgeschichte, hinter der Menschen stehen, als Unternehmerinnen und Unternehmer sowie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diesen Menschen eine Plattform für Austausch zu bieten, ist mir eine Herzensangelegenheit. Nur wenn wir gemeinsam die Herausforderungen angehen, können wir den Anforderungen von morgen erfolgreich begegnen."
Um den Fachkräftebedarf in der Event- und Tourismusbranche zu decken, sollten praxisorientierte Ausbildungsprogramme entwickelt werden, die spezifische Branchenanforderungen berücksichtigen.
Die Entwicklung eines umfassenden Inklusions- und Barrierefreiheitsplans ist notwendig, um allen Menschen den Zugang zu Veranstaltungen zu ermöglichen. Dieser umfasst nicht nur barrierefreie Veranstaltungsorte, sondern auch mehrsprachige Informationsmaterialien und Schulungen für Veranstaltungsteams.
Für eine positive Wahrnehmung von Großveranstaltungen in Berlin ist eine transparente Kommunikationsstrategie erforderlich, die die positiven Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft und die lokale Wirtschaft hervorhebt.
Zusätzlich sollte die Förderung von Innovation und Technologie in der Eventbranche vorangetrieben werden, um die Effizienz von Veranstaltungen zu steigern.
Zur Optimierung der Mobilität bei Großveranstaltungen muss die Verkehrsinfrastruktur in Berlin weiter ausgebaut werden. Nachhaltige, vernetzte Transportlösungen wie Carsharing und E-Bikes sowie die Integration der Verkehrsinfrastruktur in Event-Tickets tragen zu einer umweltfreundlicheren Mobilität bei.
Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfordert eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Akteure, um Berlin als nachhaltige, inklusive und innovative Großveranstaltungsstadt von internationaler Bedeutung zu positionieren.

Exkurs von Dr. Liya Yu: Die neurosoziale Dimension von Großveranstaltungen

Events sind weit mehr als wirtschaftliche oder kulturelle Highlights. Großveranstaltungen haben das Potenzial, gesellschaftliche Spaltungen zu überbrücken und neue soziale Verbindungen zu schaffen. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse, insbesondere die Forschungen von Dr. Liya Yu, belegen, dass unser Gehirn evolutionär darauf ausgerichtet ist, starke Gruppenbindungen einzugehen, jedoch oft auf Kosten der Ausgrenzung anderer. In einer hyperdiversen Welt wie Berlin stellt dies eine Herausforderung dar: Wie können Veranstaltungen so gestaltet werden, dass sie Dehumanisierung entgegenwirken und stattdessen zur kognitiven Humanisierung beitragen?
Events sind Raum für echte Begegnungen
Durch gezielte Gestaltung können Events einen Raum für echte Begegnungen schaffen – unabhängig von Herkunft, sozialem Status oder politischen Überzeugungen. Emotionale, gemeinschaftsstiftende Erlebnisse aktivieren unser „soziales Gehirn“ und erleichtern das Überwinden von Vorurteilen. Dies stärkt nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhalt, sondern macht Berlin zu einem Vorbild für inklusive und dialogfördernde Veranstaltungsformate.
Veranstaltende sollten dabei folgende Aspekte berücksichtigen
- Inklusives Event-Design: Formate entwickeln, die Begegnungen auf Augenhöhe ermöglichen und Vielfalt als Bereicherung erlebbar machen.
- Narrative mit Wirkung: Kommunikationskonzepte und Storytelling so einzusetzen, dass die gemeinsame Werte betont werden und die Verbundenheit hervorheben.
- Raum für Dialog und Austausch: Interaktive Formate fördern, in denen unterschiedliche Perspektiven sichtbar und erlebbar werden.
- Sensibilisierung für Risiken: Achtsamkeit gegenüber potenziellen Herausforderungen wie Extremismus oder Dehumanisierung, insbesondere im Umgang mit Sicherheit und Kommunikation.
Die Integration dieser Erkenntnisse in die Eventgestaltung eröffnet nicht nur neue Perspektiven, sondern verleiht Berlin eine besondere Strahlkraft als internationale Veranstaltungsmetropole, die Innovation mit sozialer Verantwortung verbindet.
Gemeinsam Veränderung denken – reden – machen
Großveranstaltungen sind für Berlin ein wichtiger Motor für wirtschaftliches Wachstum, kulturellen Austausch und internationale Positionierung. Sie ziehen jährlich Millionen Besucher:innen an, schaffen Arbeitsplätze und fördern Innovationen. 2023 trugen internationale Events maßgeblich zum wirtschaftlichen Erfolg bei. Dabei gilt es, den Ansprüchen an Nachhaltigkeit, Inklusion und die Wettbewerbsfähigkeit Berlins gerecht zu werden. Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Impulsen stärken Veranstaltungen den gesellschaftlichen Zusammenhalt und akzelerieren ganz natürlich vielfältige Begegnungen.
Wie gemeinsam der Weg zu Lösungen gefunden wurde
Die Entwicklung des Berlin Papers erfolgte in einem kollaborativen Prozess, bei dem Vertreter:innen aus der Tourismus- und Veranstaltungsbranche sowie ein Beirat aktiv eingebunden wurden. Die Vorarbeit wurde durch den Beirat bestehend aus der IHK Berlin, dem Berlin Event Network (BEN), visitBerlin Partnerhotels e.V., DEHOGA Berlin und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe geleistet. Der Berlin Tourism & MICE Summit 2024 war der Höhepunkt eines intensiven Prozesses, bei dem die Ausgangslage für Großveranstaltungen mit Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft in Berlin analysiert und eine gemeinsame Vision für die Zukunft formuliert wurde. Die zentralen Ergebnisse umfassen Herausforderungen, praxisorientierte Handlungsempfehlungen und eine langfristige Strategie für Berlins Rolle als führende Event-Destination.

Christian Andresen, Präsident Hotel- und Gastronomieverband Berlin e.V. (DEHOGA Berlin): „Großveranstaltungen, Kongresse, Messen und Sportevents sind von zentraler Bedeutung für Berlin, den Tourismus und das Gastgewerbe. Um unsere Betriebe optimal auszulasten, benötigen wir eine zuverlässige und gezielte Planung sowie eine enge Zusammenarbeit aller Akteure. Ebenso wichtig ist eine zentrale Plattform, die umfassend über die Veranstaltungen in Berlin informiert. Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, können wir den Veranstaltungs- und Kongressstandort Berlin zukunftsorientiert und nachhaltig stärken. Davon profitieren die Berliner Wirtschaft, das Land und die gesamte Stadtgesellschaft.”
Ergebnisse der einzelnen Formate des Summit:
Workshops und Diskussionsrunden
In Workshops wurden strategische Themen wie Berlins nationale und internationale Positionierung, die Wertschöpfung durch Veranstaltungen und die Optimierung von Prozessen und Strukturen behandelt. Die Teilnehmenden haben dabei workshopübergreifend die Einbindung von Nachhaltigkeit und Inklusion als zentrale Prinzipien.
Marktplätze mit vier Themenfeldern
Für Zukunftsdiskussionen unabdingbar ist die Mitwirkung der zukünftigen Generation. Dualstudierende und Auszubildende moderierten in diesem Format die Themenfelder des Summits. Auf dem Marktplatz wurden innovative Praxisbeispiele wie z.B. "Berlin Food Week", "EXPO 2035" und "Host City Operation Center" vorgestellt, die als zukunftsweisende Lösungen für Großveranstaltungen dienen.
Der Summit legte die Grundlage für konkrete Strategien und Maßnahmen, die Berlins Position als internationale Spitzen-Destination für Großveranstaltungen weiter stärken sollen. Mehr Details in der Dokumentation.

2035 – Unsere gemeinsame Vision für Berlin in zehn Jahren

Berlin hat sich in den letzten zehn Jahren als führende Gastgeberin nachhaltiger, inklusiver und innovativer Großveranstaltungen etabliert. Die Stadt verbindet ihre kulturelle Einzigartigkeit mit globaler Strahlkraft und setzt neue Maßstäbe für Umweltbewusstsein, soziale Verantwortung und wirtschaftliche Impulse. Mit einem klaren Profil für Diversität, Kreativität und Nachhaltigkeit ist Berlin international bekannt für Veranstaltungen wie die Berlinale, die Berlin Food Week und mögliche Leuchtturmprojekte wie Olympia, die zeigen, wie Events wirtschaftlichen Erfolg mit ökologischer und sozialer Verantwortung vereinen können. Die Stadtgesellschaft, die Branche und die Politik haben sich auf eine neue und umfassende Definition für Großveranstaltungen verständigt und Clusterstrategie sowie Förderpolitik effizient aufeinander abgestimmt. Internationale Großkongresse und Business Events bringen so neue Kontakte, Innovationen und Aufmerksamkeit für Berlins Wirtschafts- und Wissenschaftsbereiche mit sich und stärken das Profil der Stadt in den jeweiligen Bereichen.
Eine digitalisierte Verwaltung, eine zentrale behördliche Anlaufstelle und standardisierte Verfahren sorgen für effiziente Abläufe. Die etablierte „One Stop Agency“ fungiert als koordinierende Instanz, die Politik, Veranstalter, Eventbranche, Akteur:innen der öffentlichen Sicherheit sowie Infrastruktur und Verwaltungen vernetzt, bewährte Abläufe nutzt und systematisch optimiert. Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft arbeiten eng zusammen und fördern gezielt Fachkräfte, um die Veranstaltungsbranche nachhaltig zu stärken. Ein Berlin Event Board steuert dabei strategisch die Bewerbungen für Veranstaltungen und übernimmt eine zentrale Rolle in der Planung. Durch eine vorausschauende, mittel- bis langfristige Planung werden gleichmäßige Auslastungen der Betriebe sichergestellt und nachhaltige Einnahmen für die Stadt generiert. Dadurch entstehen zusätzliche Steuereinnahmen, die wiederum gezielt in Infrastruktur und Stadtentwicklung investiert werden können. Dies trägt maßgeblich zur Positionierung Berlins als attraktive Eventmetropole bei und prägt das Image der Stadt nachhaltig.
Gleichzeitig hat Berlin massiv in seine Infrastruktur investiert: Der öffentliche Nahverkehr ist weitgehend kostenfrei, barrierefrei und klimafreundlich. Die Stadt bietet eine optimale Anbindung für internationale Gäste und setzt konsequent auf nachhaltige Mobilitätslösungen.
Nachhaltigkeit und Inklusion stehen im Zentrum jeder Veranstaltung. Ein verbindlicher Code of Conduct stellt sicher, dass ökologische und soziale Standards konsequent eingehalten werden. Kreislaufwirtschaft, barrierefreie Veranstaltungsorte und solidarische Ticketmodelle sorgen für eine breite gesellschaftliche Teilhabe. Berlin erhebt systematisch Daten zu Veranstaltungen und nutzt ein standardisiertes System zur Wirkungsmessung und kontinuierlichen Verbesserung. Nachhaltige und inklusive Maßnahmen werden regelmäßig evaluiert, um die Ziele der CO2-Reduktion, Ressourcenschonung sowie der sozialen Teilhabe zu erreichen. Durch die frühzeitige Identifikation von Herausforderungen können Maßnahmen gezielt optimiert werden, sodass jede Veranstaltung langfristig zur nachhaltigen Entwicklung Berlins als Eventmetropole beiträgt und als Modell für andere Städte dient.
Die nachhaltigen Investitionen in Infrastruktur, Mobilität und Tourismus stärken Berlin auch weit über die Veranstaltungen hinaus. Durch transparente Kommunikation und die aktive Einbindung der Stadtgesellschaft wurde die Akzeptanz für Großveranstaltungen erheblich gesteigert.
Berlin im Jahr 2035 ist ein weltweites Vorbild für Großveranstaltungen, die wirtschaftlichen Erfolg mit gesellschaftlichem Mehrwert und ökologischer Verantwortung verbinden.

Wie wir unserer gemeinsamen Vision näher kommen

1. Zusammenarbeit und Vernetzung relevanter Akteure stärken
Ziel ist der Aufbau eines starken Netzwerks gestaltender Akteur:innen, das die strategische Ausrichtung Berlins moderiert, die erarbeiteten Handlungsfelder umsetzt und notwendige Maßnahmen sowie Prozesse auf den Weg bringt. Schaffung eines gemeinsamen Code of Conduct. Ein strategisches Berlin Event Board wird dafür aufgebaut, um Bewerbungen zu koordinieren, Veranstaltungen zu planen und das Stadtimage zu prägen. Es moderiert die strategische Ausrichtung, setzt Maßnahmen um und fördert langfristige Partnerschaften zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft.
Es geht nicht darum, andere Städte zu kopieren, es wird darum gehen, Großveranstaltungen stadtverträglich und so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Berlin ist in jeder Sicht so vielfältig aufgestellt, dass Veranstaltungen, die in unsere Stadt kommen, nicht nur die Stadt verändern, auch die Veranstaltungen selbst können sicher von Berlin lernen. Einzige Voraussetzung: Berlin braucht einen gemeinsamen Willen und Mut, neue Wege zu gehen. Wir sind bereit!
2. Zentrale Anlaufstelle für (Groß-)Veranstaltungen schaffen
Für eine effiziente Akquise, Planung, Durchführung und Nachbereitung von Großveranstaltungen bedarf es einer behördlichen Anlaufstelle. Sie koordiniert zwischen Politik, Verwaltung, Veranstalter:innen, Dienstleister:innen, Bürger:innen, Institutionen der öffentlichen Sicherheit sowie der Veranstaltungs- und Mobilitätsinfrastruktur. Diese zentrale Stelle steuert Prozesse, die durch Berlin beeinflusst werden müssen – etwa Sicherheitsanforderungen, ÖPNV-Planung, Kommunikation, Marketing (inkl. City Dressing) und Nachhaltigkeitsstandards. Auch Themen wie Evaluation von Veranstaltungen, einheitliche juristische Positionierung gegenüber Rechteinhaber:innen, ein berlinweites Volunteer-Tool, Musterdokumente oder Host-City-Aufgaben könnten hier angesiedelt sein. Wiederkehrende Prozesse lassen sich optimieren und Lerneffekte effizient nutzen. Die behördliche Allokation fördert die Zusammenarbeit mit Bezirken und Fachbehörden, reduziert bürokratische Hürden und ermöglicht den Zugriff auf staatliche Ressourcen. Einheitliche Rahmenbedingungen für Großveranstaltungen stärken Berlins Wettbewerbsfähigkeit – ähnlich dem Host-City-Konzept der UEFA EURO 2024, das bereits erfolgreich Schnittstellenmanagement und Optimierungspotenziale integriert hat.
3. Standardisierte Rahmenvorgaben für Sicherheitskonzepte
Zur Gewährleistung einheitlicher Sicherheitsstandards sollen zentrale Sicherheitsvorgaben entwickelt werden, die Veranstaltende an ihre spezifischen Bedürfnisse anpassen müssen. Diese Vorgaben beinhalten beispielsweise Regelungen zu Maximalauslastung, Fluchtwegen und Umleitungen. Zusätzlich ist die Einführung regelmäßiger Schulungen für alle relevanten Akteur:innen erforderlich, um die Sicherheitsstandards kontinuierlich zu verbessern und einen hohen Qualitätsstandard bei der Umsetzung zu sichern. Eine eigenständige Berliner Versammlungsstättenverordnung (VStättV) macht Großveranstaltungen sicherer und effizienter planbarer, indem sie einheitliche Vorschriften, klare Genehmigungsprozesse, höhere Sicherheitsstandards, angepasste Regeln für moderne Eventformate und schnellere behördliche Entscheidungen schafft.

4. Verbindliche Nachhaltigkeitsstandards für (Groß-)Veranstaltungen
Um die nachhaltige Entwicklung von Großveranstaltungen in Berlin voranzutreiben, ist es entscheidend, Veranstaltungen klar zu definieren und deren Auswirkungen gezielt messen zu können. Dazu müssen verbindliche Nachhaltigkeitsstandards entwickelt und sichtbar gemacht werden, die sowohl ökonomische, ökologische als auch soziale Kriterien berücksichtigen. Diese Standards sollten durch konkrete Messkriterien ergänzt werden, um die tatsächlichen Auswirkungen von Veranstaltungen präzise zu erfassen. Zudem ist es wichtig, eine kontinuierliche Evaluation der Zielerreichung zu gewährleisten und den Nachweis der Fortschritte als festen Bestandteil des Planungsprozesses zu etablieren. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist die Bereitstellung finanzieller Mittel für nachhaltige Entwicklung, um die Umsetzung dieser Maßnahmen langfristig sicherzustellen. Auf diese Weise kann die langfristige Wirkung von Veranstaltungen auf die Umwelt und die Gesellschaft gezielt optimiert werden.
5. Bürger:innenbeteiligung an (Groß-)Veranstaltungen fördern
Um die Akzeptanz und Integration von Großveranstaltungen in die Stadtgesellschaft zu fördern, ist eine intensivere Bürgerbeteiligung notwendig. Hierfür sollten bestehende Beteiligungsformate wie digitale Plattformen, Umfragen, Workshops oder Volunteer-Programme weiter ausgebaut und stärker beworben werden. Zudem sollte der Zugang zu Veranstaltungen durch kostenfreie Angebote für die Berliner:innen erleichtert werden, um eine breitere Beteiligung zu ermöglichen.
6. Praxisorientierte Ausbildungs- und Qualifizierungsprogramme
Zur Sicherstellung eines qualifizierten Fachkräftepools in der Event- und Tourismusbranche sollten praxisorientierte Ausbildungsprogramme gestärkt werden, die Eventmanagement, Sicherheit, Barrierefreiheit, Hotellerie und interkulturelles Management abdecken. Modelle wie „erst Arbeit, dann Sprache“ können den Einstieg für Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und sprachlichen Hintergründen erleichtern. Zudem werden spezifische Schulungen in den Bereichen Eventmanagement, Sicherheit, Nachhaltigkeit und interkulturelle Kompetenz angeboten, um den Anforderungen einer globalen Branche gerecht zu werden. Eine hohe Ausbildungsqualität und der Abbau von Einstiegshürden steigern die Attraktivität der Branche.

7. Umfassenden Inklusions- und Barrierefreiheitsplan schaffen
Ein umfassender Inklusions- und Barrierefreiheitsplan für alle Veranstaltungsorte ist erforderlich, um die Zugänglichkeit für alle Menschen zu gewährleisten. Dieser Plan sollte die Bereitstellung mehrsprachiger Informationsmaterialien sowie digitaler Übersetzungstools beinhalten. Darüber hinaus sollte die Schulung von Veranstaltungsteams im Umgang mit inklusiven Anforderungen ein fester Bestandteil des Programms sein.

8. Transparente Kommunikationsstrategie für (Groß-)Veranstaltungen
Für eine positive Wahrnehmung und Akzeptanz von Großveranstaltungen sollte eine transparente Kommunikationsstrategie entwickelt werden, die die positiven Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft und lokale Wirtschaft betont. Eine frühzeitige und kontinuierliche Kommunikation mit allen relevanten Partnern stärkt die Teilnahme der Berliner:innen und die Wahrnehmung Berlins als zukunftsorientierte Metropole. Erfolgreiche Beispiele von Großveranstaltungen sollten hervorgehoben werden, um deren Vorteile deutlich zu machen. Ein wichtiger Bestandteil ist auch die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung der Bürger:innen. Strukturierte City-Dressing-Maßnahmen wie Hinweise am Flughafen, in Bahnhöfen oder im Stadtraum durch Infomonitore und Beflaggung fördern eine kohärente visuelle Identität und stärken die Verbindung zur Stadtbevölkerung. Unterstützt wird dies durch die Einführung einer berlinweiten Clusterstrategie für Veranstaltungen inklusive eines Förder- und Akquisebudgets für internationale B2C- und B2B-Events.
9. Innovation und Technologie in der Eventbranche fördern
Um die Effizienz von Großveranstaltungen zu steigern, ist die Integration neuer Technologien in den Eventbereich von entscheidender Bedeutung. Der Einsatz von KI, digitaler Tools, bargeldloser Zahlungssysteme und verbesserter Sicherheitslösungen kann die Veranstaltungserfahrung optimieren. Zudem sollten mehrsprachige Informationsangebote und Übersetzungstools zur Förderung der Zugänglichkeit und Inklusion eingesetzt werden. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Bereitstellung finanzieller Mittel für technologische Innovationen.

10. Verlässliche Verkehrsinfrastruktur für (Groß-)Veranstaltungen
Für eine verbesserte Mobilität bei Großveranstaltungen sollte die Verkehrsinfrastruktur Berlins weiter ausgebaut werden, insbesondere im Hinblick auf die internationalen Bahnverbindungen sowie die ÖPNV-Anbindung für Randgebiete. Der Fokus sollte auf nachhaltigen und vernetzten Transportlösungen wie Carsharing und E-Bikes liegen. Die Integration dieser Verkehrsinfrastruktur in Event-Tickets ermöglicht eine effiziente und umweltfreundliche Mobilität der Besucher:innen und trägt zur Reduktion von CO₂-Emissionen bei.
Wie Sie sich einbringen können
Die Umsetzung der Vision ist in vollem Gange – und Sie können mitwirken! Aktuell werden die zentralen Handlungsfelder in konkrete Arbeitspakete überführt.
In Kürze werden die Verbände über die nächsten Schritte sowie über Beteiligungsmöglichkeiten informieren. So haben Sie die Gelegenheit sich mit den Akteur:innen zu vernetzen und aktiv zur Weiterentwicklung der Berliner Eventlandschaft beizutragen.
Bleiben Sie dran – gemeinsam gestalten wir die Zukunft der Großveranstaltungen in Berlin nachhaltig und innovativ!
Über die Webseite erhalten Sie aktuelle Informationen zum Fortschritt und den nächsten Schritten.
Lassen Sie uns gemeinsam die Zukunft der Großveranstaltungen in Berlin nachhaltig und innovativ gestalten! Melden Sie sich bei Interesse direkt bei Jule Weidner.
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